Wer im kaufmännischen Bereich eines Unternehmens arbeitet, wird in der Regel einen großen Teil seiner Zeit am Computer verbringen. Hierbei sind umfangreiche Kenntnisse in einer Unternehmenssoftware wie SAP oder Navision oft unerlässlich. Bei der Bewerbung um einen attraktiven Ausbildungs- oder Arbeitsplatz können deshalb Kenntnisse im Umgang mit einer solchen Software eine große Hilfe sein. Das Fach Geschäftsprozesse bereitet intensiv auf die Arbeit mit dem Programm Navision vor. Wer es gut kennt, kann sich auch in eine andere Unternehmenssoftware leicht einarbeiten.

Im Unterricht des Fachs Geschäftsprozesse versetzen sich die Schüler in die Rolle eines Mitarbeiters im kaufmännischen Bereich einer kleinen Firma und bearbeiten am Computer Prozesse wie beispielsweise den Verkauf, die Beschaffung, Personal oder die Produktion. Sie erstellen hierbei die erforderlichen Standardbriefe, führen Buchungen durch und bezahlen Rechnungen.

Im Berufskolleg I werden im Fach Geschäftsprozesse zwei Zeugnisnoten vergeben:

  • Eine Note für Geschäftsprozesse selbst. Hierfür werden in der Regel zwei Klassenarbeiten pro Halbjahr geschrieben.
  • Die zweite Zeugnisnote erhalten die Schüler für ihre Projektkompetenz.

Hierzu müssen sie pro Halbjahr ein Projekt bearbeiten und in der Regel eine Präsentation darüber erstellen.

Im Berufskolleg II kommen neben der Arbeit mit Navision noch weitere Inhalte hinzu: Die Schüler führen ein Unternehmensplanspiel durch, beschäftigen sich mit der Corporate Identity internationaler Konzerne und lernen die vielseitigen Aspekte der Gründung eines eigenen Unternehmens kennen.

Eine enge Verbindung von Theorie und Praxis ist oberstes Ziel im Kaufmännischen Berufskolleg Geschäftsprozesse. Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Lage sein, das im Fachunterricht erworbene theoretische Wissen anzuwenden und zu einem vernetzten Ganzen zusammenzufügen. Dieses BK-Profil bereitet insbesondere auf weiterführende Bildungsgänge bzw. ein erfolgreiches Fachhochschulstudium vor.

Ziel des Profils Übungsfirma („Üfa“) ist eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis. Dabei sollen die Abläufe im Unterricht möglichst nah an den betrieblichen Geschäftsprozessen eines Handelsunternehmens abgebildet werden. Die Arbeit in der Übungsfirma findet einmal pro Woche als eigen- ständiges Unterrichtsfach statt. Hier sollen die im Unterricht vermittelten In- halte angewendet werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen in ihrer Arbeit betriebliche Geschäftsprozesse kennen, erwerben praktische Fähigkeiten und entwickeln ein kaufmännisches Gesamtverständnis. Die Übungsfirma ist somit Unternehmen und Lernort in einem. In diesem Zusammenhang führen die Schülerinnen und Schüler alle anfallenden Tätigkeiten inner- halb der Abteilungen Finanzwirtschaft, Warenwirtschaft, Marketing und Verwaltung durch.

Neben dem Erwerb von Fachkompetenz stärken die Schülerinnen und Schüler in der Übungsfirma insbesondere ihre Methoden und Sozialkompetenz. Sie lernen selbstständig und eigenverantwortlich an Projekten zu arbeiten und setzen dabei eine professionelle Unternehmenssoftware sowie moderne Kommunikationsmedien ein. Sehr gefragt ist hier das Arbeiten im Team. Unterstützt wird die Arbeit der Übungsfirmen durch die Betreuung von real existierenden Patenfirmen mit Verkaufsschulungen, Ausstellungsmaterialien für Messen und Erfahrungen aus der täglichen Praxis.

Die drei Übungsfirmen der Julius-Springer-Schule sind Teil einer Organisation, die über 508 Übungsfirmen in Deutschland und 6.322 Übungsfirmen weltweit betreut. Unseren Übungsfirmen steht ein modernes Großraumbüro zur Verfügung, in dem jeder Mitarbeiter seinen eigenen Arbeitsplatz mit PC- und Internetzugang erhält. Es steht eine komplette Büroinfrastruktur mit moderner Kommunikationstechnik (z. B. Telefonanlage mit interner Gesprächs- vermittlung, Kopier- und Faxgeräte) zur Verfügung.

Zu den Webshops der Übungsfirmen gelangen Sie hier.

Eine Juniorenfirma („Jufi“) ist ein von Schülern und Lehrern gegründetes reales Unternehmen, das mit echten Waren (z. B. Büroartikeln) bzw. Dienstleistungen und Geldströmen handelt.

Das Arbeiten in einer Juniorenfirma steht für handlungsorientiertes, selbst- verantwortliches Lernen und verfolgt das Ziel, unternehmerisches Denken und Handeln, soziale und methodische Kompetenzen sowie Selbstständigkeit zu erlernen. Die Arbeit in der Juniorenfirma ist ein eigenständiges Unterrichtsfach und findet einmal pro Woche statt. Hierbei sollen die im Unterricht erlangten theoretischen Kenntnisse in der Praxis angewendet werden. In diesem Zusammenhang führen die Schülerinnen und Schüler insbesondere Tätigkeiten im Ein- und Verkauf sowie im Marketing und Rechnungswesen durch. Hierbei sind zum einen der professionelle Umgang mit Kunden und Lieferanten und zum anderen der Einsatz einer integrierten Unternehmenssoftware eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg der Juniorenfirma. Des Weiteren lernen die Schüler und Schülerinnen eigenverantwortlich an Projekten zu arbeiten, wobei das Arbeiten in Teams und ein hohes Maß an Engagement von großer Bedeutung ist.

Die SchülerInnen der Jufi verkaufen täglich in den ersten beiden großen Pausen ihre Ware in einem eigenen Verkaufsraum direkt neben dem Schüleraufenthaltsraum.

Der Unterricht der Juniorenfirma findet in einem modernen Großraumbüro statt, in dem jeder Mitarbeiter seinen eigenen Arbeitsplatz mit PC und Internetzugang erhält. Jeder Mitarbeiter hat außerdem die Möglichkeit mit modernen Kommunikationstechniken (wie z. B. Kopier- und Faxgeräten sowie einer Telefonanlage) zu arbeiten. Wie Erfahrungen zeigen, wird die Chance, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, durch das Berufskolleg mit dem Profil Juniorenfirma wesentlich erhöht.

Im Profil „Büromanagement“, das im Kaufmännischen Berufskolleg II gewählt werden kann, steht die Qualifizierung für Büro- und Verwaltungstätigkeit im Vordergrund. Der Unterricht wird an praxisbezogenen konkreten beruflichen Aufgaben, Fallbeispielen und Projekten durchgeführt. Dabei wird ein hohes Maß an Selbstständigkeit und eigenverantwortlichem Handeln gefordert. In diesem Profil erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen. Eingeübt werden Sozialkompetenz, Fach- und Methodenkompetenz. Schüler erkennen und verstehen Büroprozesse und entwickeln sie an praxisorientierten Aufgabenstellungen und in der Projektarbeit weiter. Schüler erstellen repräsentative Dokumentationen, Präsentationen und wenden dabei Lay- out- und Gestaltungskriterien zielgerichtet an. Sie lernen vorhandene Software effizient und kreativ einzusetzen, erstellen und bearbeiten Grafiken und Bilder, lernen verschiedene Kommunikationsmedien kennen und trainieren und reflektieren an praktischen Beispielen ihr Kommunikationsverhalten. Da bei entwickeln sie Verständnis für Verhaltensnormen. Durch Projektarbeit - wie z. B. Planung und Durchführung einer Tagung, einer Geschäftsreise - setzen sich die Schüler mit selbstorganisiertem Lernen auseinander, üben sich in der Präsentations- und Vortragstechnik.

Dieses BK-Profil vermittelt durch komplexe Fall- bzw. Vorgangsbearbeitung ein umfassendes kaufmännisches Wissen, Fähigkeit zur Teamarbeit und rationellem Zeitmanagement und sicheres Handling anspruchsvoller Bürosoftware. Anforderungen an Arbeitsplätze in einem modernen, DV-vernetzten Büro werden vermittelt und eingeübt.

Die Schülerinnen und Schüler werden auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben, aber auch aufs Studium vorbereitet.